
Spätestens nach der Anmeldung beim fünfzigsten Social Network und Freigabe aller persönlichen Daten, Fotos, Email-Adressen und Kontaktdaten, fragt man sich ob der gläserne Mensch vielleicht doch schon Realität ist.
Dann kommt einen vielleicht die Idee zum Rückzug - Rückbesinnung auf das Wesentliche - muss ja nicht jeder wissen was ich heute Mittag zum Essen hatte.
Die "Attention-Whores" kümmert das freilich wenig...
Aufmerksamkeit um jeden Preis - Hauptsache ich stehe im Mittelpunkt und kann meine "5 Minutes of fame" so lange wie möglich ausdehnen.
Datenexhibitionismus als Hobby und ultimativer Kick für´s Ego?
Klar doch - warum nicht? Dafür sind Social Networks doch wie geschaffen! Auch DU bist ein Star!
Sowas kann auch schnell nach hinten losgehen, und einige (t)wittern schon das Geschäftsmodell ihres Lebens: Reputationsmanagement!
Poly Rufmord @ www.polylog.tv/videothek
Kollege Klaus Eck meint dazu in Auf der Suche nach der verlorenen digitalen Identität:
"Einen digitalen Schatten hinterlassen Sie selbst dann im Netz, wenn Sie sehr genau auf ihre persönlichen Daten achten und viel Wert auf Datenschutz legen: Denn jeder Mensch hat laut dem IT-Unternehmen EMC allein im Jahr 2007 einen "digitalen Fußabdruck" von durchschnittlich 45 Gigabyte in der Infowelt hinterlassen. Selbst diejenigen, die sich vom Online-Leben fernhalten und darauf achten, dass es wenig bis gar nichts über sie im Netz gibt, hinterlassen passive Spuren im Informationsuniversum."
Wie gehen wir nun damit um?
Sind die Reputationsberater die neuen Therapeuten?
Ziehen wir uns zurück und igeln uns ein - Cocooning 2.0?
Sind Social Networks möglicherweise eine Erfindung der Illuminati um uns vollständig zu manipulieren?
Ich gehe hier einen Mittelweg und rate auch meinen Kunden im Marketing und Branding möglichst viel von sich Preis zu geben - allerdings kontrolliert!
Alles was authentisch ist und seine Persönlichkeit positiv nach außen transportiert, darf verwendet werden.
Die privaten Pornovideos und Nacktfotos lassen wir mal weg - auch vom persönlichen Engagement beim Ku-Klux-Klan muss ja nicht jeder wissen!
Eigentlich sollte der normale Hausverstand da zustimmen...
Meine Regel ist da ganz einfach:
"Teile auf keinem Social Network, was du nicht auch in seriösen Businessnetworks wie Xing teilen würdest! (Aber auch nicht weniger!)"
Keine Angst - die Googleminati wissen sowieso schon alles über dich!
Gestern waren wir einen Schritt vor dem Abgrund - heute sind wir einen Schritt weiter!
Fröhliches Networken!



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